Felix, Haflinger, Geb. 1992, leidet seit Oktober 2008, nach einem Stallwechsel an chronischer Hufrehe.

Ich habe Felix im Sommer 2008 kennen gelernt und schon vor dem Umzug 2008 ist mir seine negative Hufform ins Auge gefallen.
Nach meinem Empfinden sind die Hufe vor allem vorn zu hoch, die Zehe viel zu lang, obwohl man erkennen konnte, dass der Schmied bemüht war, dieser Entwicklung entgegen zu arbeiten. Die Zehenwand im oberen Drittel ist deutlich gestaucht, ebenso im Trachtenbereich.

Einen Reheschub hatte er bis zu diesem Zeitpunkt laut Besitzern und Hufschmied noch nie gehabt.
Felix hatte zu viel Gewicht, einen zehenschleifenden Gang auf allen vier Hufen und stolperte häufig (in einer halben Reitstunde bis zu 15x).

Das Pony war unter der Reiterin nur schlecht in der Lage zu galoppieren. Der lange Westernsattel auf dem kurzen Haflingerrücken war nicht sein einziges Problem. Leider sind die beiden auf Grund mangelnder Koordinationsfähigkeit auch im Galopp gestürzt und die beinahe Stürze reichten aus, den Galopp aus dem Training zu streichen.

Kurz nach dem Umzug erlitt Felix seinen ersten Reheschub - ohne Weide und ohne einen erkennbaren Auslöser.
Das Pony war mit seinem Freund von einem Offenstall mit 24 Std. Zugang zur Weide in einen Stall mit Box/Paddockhaltung umgezogen. Die ersten Tage nach dem Umzug (Auf der sich öffnenden Seite auf Umzug klicken!) gingen die Pferde noch tagsüber auf die Weide. Einige Tage später nachts Box, (beide Pferde in einer Doppelbox ohne Trennwand.) und Tags Paddock.
Hier einige weitere Schnappschüsse von vor dem Reheschub so wie den Röntgenaufnahmen nach dem ersten Schub.

03.04.2011
Umzug und damit Einzug auf dem Strasserhof

Begleitet von Sonnenschein verläßt Felix seine Heimat in Richtung Strasserhof während Jocker, Flower, Mary und Lotti ihm entgegen gehen, um ihn auf halber Strecke zu treffen und dann gemeinsam am neuen Stall einzutreffen.

Augenscheinlich nicht gestresst, aber deutlich einsam trompetet er in regelmäßigen Abständen in Richtung alte Heimat. Die neugierige Herde scheint er zu ignorieren, die handtuchgroße Weide ist ein Trost.

04.05.2011
Felix hat den Ruf Richtung alter Heimat noch nicht aufgegeben und er findet es blöd, dass die Herde sich ohne ihn auf ihren Teil der Weide einige 100 Meter weit von ihm weg bewegen kann.

Das veranlasst ihn dann immer wieder wild buckelnd durch seinen Paddock und die kleine Weide zu galoppieren.
Um bei dem Pony nicht mehr als durch die Umstellung sowieso schon verursachten Stress keinen Reheschub zu riskieren, vergesellschaften wir Voyou mit ihm. Das klappt überraschend positiv. Nach einer kurzen Begrüßung und eingehendem Beschnuppern, beginnen beide gemeinsam aus einem der beiden Heunetze zu fressen.
Das freut uns besonders, da Voyou durch sein Handicap immer der letzte der Rangordnung ist und darauf angewiesen, Jemanden an seiner blinden Seite haben zu können, neben dem er in Ruhe an der Heuraufe fressen kann. Im letzten Winter gab es für das Pony nur eine einzige Kombination von benachbarten Pferden. Ich hoffe sehr, dass die Sympathie der beiden über die Phase der erzwungenen Miniherde erhalten bleibt.

17.04.2011
Die Herdenzusammenführung war sehr friedlich und völlig unspektakulär.
Felix hatte sich die Tage vorher einzeln mit allen gut verstanden.
Sogar Jamal, vor dem alle anderen sich aus dem Staub machen, hat die Biege vor Felix gemacht !!?

Sehr interessant zu beobachten, das Djerid versucht hat Felix zu suggerieren, dass er gedenkt, in der Randordnung über ihm zu stehen. Seine Drohattacken und zwicken in den Haflingerpopo sitzt Felix großzügig einfach aus. Sehr witziges Pferdekino.
Frau Flower ist Felix sehr zugetan. - Warum werden Pferdefrauen beim Anblick neuer Männer immer gleich sooo rossig? Und 0 % wählerisch? Gleiches gilt für Lotti.

Jocker hat hat seinen Part, die Herde vor dem Eindringling zu verteidigen, prima gemeistert. Die Mädels haben immer wieder versucht sich von der Herde abzusetzen und mit Felix Kontakt aufzunehmen. Die zwei kleinen Weideflächen haben wir zu einem Rundlauf verbunden, so dass Jocker zwei Ausgänge bewachen musste. Auf den Bildern von diesem Tag sieht man den friedlichen Teil, Jockis Attacke haben wir auf Video. ;-)
Am nächsten Morgen hatte Felix nur einen deutlich sichtbaren Zwick in der Flanke. Sonst sind alle Beteiligten heile geblieben.

24.05.2011
Welches ist das neue Pferd?

06.06.2011
Neun Tage nach dem Umzug von Dubi sind Zwei Freunde nun wieder vereint.

Zur großen Verwunderung der beiden Pferdefreunde durften sie nach dem Einzug Ende Mai nicht gemeinsam auf die abgetrennte Weide, sondern diesmal hatte Djerid die Aufgabe dem Neuzugang Gesellschaft zu leisten.
Ohne ein Pferd in seiner Nähe wollten wir Dubi nicht die erste Nacht verbringen lassen, da die Herde im Moment das am weitesten entfernte Stück Gras beweidet und er ohnehin nicht versteht warum er nicht zu Felix gehen darf.

Unsere Überlegung war, die beiden „keine Herde“ bilden zu lassen, die das Risiko birgt, dass der eine den anderen vor der Restgruppe beschützen will.
Nachdem Dubi sich der Herde vorgestellt hat, stellt Felix sich in alter Freundschaft neben Dubi und beginnt mit einer Runde Fellpflege unter guten Freunden.

Juli 2011
allen negativen Prophezeiungen zum Trotz geht es Felix prima.
Er hat ca. 6-8 Stunden Maulkorbfrei, bei 24 Std. Weidezeit.
Auf seinem Speiseplan stehen zusätzlich 500g FutterNatur und nach Bedarf diverse Kräuter, welche z.B. den Stoffwechsel anregen, die Durchblutung fördern, den Mineralhaushalt optimieren.

Die Freundschaft zu Dubi ist nicht zu übersehen. Die langjährigen Freunde sieht man oft zusammen, ohne das sie sich von der Herde abgrenzen.

Die ersten Male als er mit Jana den Hof alleine verlassen musste, hat er immer wieder nach der Herde gewiehert und seine Besitzerin damit genervt immer wieder umkehren zu wollen oder „junges Pferd allein in feindlichem Gebiet“ gespielt, was ihr auch nicht gefallen hat ;-)

Mit der Zeit hat er begriffen, dass ein Spaziergang oder ein Ausritt auf jeden Fall wieder in seinem neuen zu Hause endet und ist wieder das alte, zu Scherzen aufgelegte Pony.

August 2001
Felix hat sein Gewicht durch das konsequente Maulkorb- Managementauf auf „sehr schlank“ reduziert, auch wenn das auf Fotos nicht so gut zu sehen ist. Nicht umsonst trägt er den Spitznahmen „Bär“.
In der Bewegung sind seine Rippe gut zu sehen und erst recht prima unter der Haut zu fühlen. Auch seine Hufe machen gut Fortschritte.

September 2011
Ein Hufgeschwür vorn rechts wirft einen kleinen Schatten auf die gesundheitliche Erfolgsgeschichte des Bären und eigentlich auch wieder nicht, weil das Hufgeschwür ein eindeutiges Indiz dafür ist, dass Leben in einen zuvor unterversorgten Teil des Hufes zurück gekehrt ist (Link Hufgeschwür).

Oktober 2011
Armer Felix, - noch ein Hufgeschwür. Nun auf dem anderen Vorderhuf. Eine Woche kam es, eine Woche blieb es, eine Woche ging es. Und dauerte damit 3 x so lange wie das 1. Hufgeschwür.

November 2011
Pony ist nun wieder fit und war bis zum Ende der erstaunlich langen Weidesaison mit der Herde auf der Weide. - Natürlich mit Maulkorb, aber ansonsten ohne Einschränkungen.
 

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