Mitte Januar 2008:
Nachdem sich Lianna’s Zustand nicht mehr wirklich verbessert, überlege ich, ob ihr Leben noch „lebenswert“ ist. Manchmal scheint es mir, dass sie komplett mit Allem abgeschlossen hat – die Augen sind sozusagen „auf Halbmast“. Sie steht mit hängendem Kopf in der Ecke, trödelt im 30 Sekundenrhythmus von einem Hinterbein auf das andere, Hinlegen und Aufstehen wie gehabt, das Gang- und Klangbild ist schlimm – am liebsten würde ich sie tragen.

Lianna bekommt seit Langem! 10 Gaben Globuli, davon 3 Gaben mit zwei Mitteln gleichzeitig!

Die THP hatte bei den letzten Telephonaten zweimal von einer Therapeutin berichtet, die in diesen „Worst-Case-Fällen“ noch ein wenig manuell und energetisch helfen konnte. Auf mein Drängen habe ich nun den Kontakt bekommen – dafür bin ich sehr dankbar.

Sofort hänge ich mich an’s Telephon und vereinbare einen zeitnahen Termin.

26. Januar 2008:
Die „neue“ Therapeutin Kerstin sieht Lianna aus der Box gehen und ist ziemlich erschrocken. Sie untersucht sie auch manuell und meint: Für dieses Mädel kann ich nicht viel machen … nachdem ich das so nicht glauben möchte bitte ich sie, es zumindest zu probieren.

Sie behandelt erstmal das Kreuzbein (Iliosakralgelenk), dann energetisch und versucht den Energiefluß in geregeltere Bahnen zu bringen – insbesondere der Blasenmeridian scheint große Probleme zu machen. Während der manuellen Behandlung stellt sie mir immer wieder Fragen, unter anderem ob Lianna mal ein Fohlen hatte und wie die Trächtigkeit und Geburt verlaufen sei.

Bei der Geburt hatten wir „geholfen“ und Wasran das letzte Stückchen rausgezogen. Lianna war eingerissen. Sie wollte Wasran die ersten Tage überhaupt nicht an die Milchbar lassen – meine Schwägerin und ich hatte wirklich Streß in dieser Zeit – eine musste Lianna halten und die andere dem doofen Bub die Zitzen zwischen die Lippen schieben (er wollte viel lieber an meinem Finger nuckeln und hinter mir herlaufen). Nach zwei / drei Tagen hatte sich das dann „Gott-sei-Dank“ eingespielt …

Möglicher Weise hat sie sich bei der Geburt auch irgendwie innerlich verletzt, oder die Organe haben sich nicht mehr ganz korrekt an ihren angestammten Platz zurück verlagert, das kennt und behandelt die Therapeutin im Humanbereich schon öfter mal … ( siehe auch Ergebnis Bio-Resonanz im weiteren Verlauf – innere Narben).

Besonders auffällig empfindet Kerstin das Gangbild: Lianna läuft hinten breitbeinig und steif – wie mit vollen Windeln – Mütter würden es verstehen: wie nach der Entbindung ... oder einer Bauch-OP ...

Unser Bauchgefühl spricht immer mehr für ein Problem mit der Gebärmutter … das hatte ich schon vor sehr vielen Jahren mit diversen Tierärzten angesprochen und nie Gehör gefunden!

Kerstin arbeitet auch mit dem Bio-Tensor = Mittel zur Radiästhäsie und erklärt mir in wenigen Worten: Im Prinzip ist jeder Mensch in der Lage, diese Schwingung wahrzunehmen – es bleibt oft unbewußt, der Tensor ist wie ein Verstärker des Unbewußten. (hier noch ein paar Stichwörter zur Radiästhäsie: Gleichgewicht der Strukturen – Schwingungen, Informationen werden empfangen, verwertet oder umgesetzt. Organismen und Gegenstände haben eine charakteristische Schwingung, die mittels Biotensor erfaßt und genutzt werden. Die Strahlkraft ist entweder harmonisch oder weist Dissonanzen auf. Die Radiästesie beschäftigt sich mit Schwingungen in allen Formen und ist also eine Möglichkeit Gleichgewicht oder Balance zu erfassen und ggf auszugleichen.

Kerstin rät mir zur Bioresonanz, eine Kollegin hat das Gerät, mit der solle ich Kontakt aufnehmen.

Außerdem solle ich Lianna täglich massieren, die entsprechende Technik wird mir gezeigt.

Zu den derzeit verabreichten Globuli’s äußert sie sich vorsichtig, der Test mit dem Tensor fiel für Belladonna negativ aus, positiv ist eine Einmalgabe Opium. Ich gebe die alten Globuli (ohne Belladonna) in etwas reduzierter Form weiter.

Anfang Februar
nehme ich Kontakt zu der Heilpraktikerin, welche die Bioresonanz durchführen kann, auf.

In einem sehr netten Telefongespräch werden die Testträger festgelegt: Blut, Speichel, Scheiden-Sekret, Mähnen-, Schweif- und Körperhaare, Hufgeschabsel und Tränenflüssigkeit.

Ich beschreibe im Begleitbrief die vordergründige Symptomatik und bitte um Austestung unter anderem: Darm, Gebärmutter, Schwermetallbelastung – Quecksilber durch regelmäßige Impfungen, Neurotoxine durch Wurmkuren, Rückstände aufgrund diverser Cortisonbehandlungen. Getestet wird auch, ob derzeit die Borreliose und/oder der Borna-Virus Probleme bereiten, auch nach entzündlichem oder cancerogenem Geschehen frage ich.

12. Februar 2008:
Innerhalb von nur 4 Tagen habe ich das Ergebnis und eine große Portion Globuli erhalten – von diesen soll ich initial 5 geben und abwarten, was passiert – sobald die positive Veränderung stagniert oder sich der Zustand wieder verschlechtert, solle ich die nächste Gabe verabreichen.

Welch ein „Aha“-Erlebnis: Kurze Zeit nach Gabe geht es Lianna offensichtlich schon etwas besser, die Augen sind wacher – sie liegt etwas weniger – der Schritt wird ein wenig geschmeidiger.

Ergebnis der Bioresonanz: erschöpfter Patient, Geopathie Ausgleich (? Wasserader ?), Elektrosmog-Belastung, Borrelien-Belastung, Muskelschmerzen, Wirbelsäulenblockade. Hafer und Gerste werden vertragen. Niere, Darm, Lunge, Uterus, Pestizide, Protozoen, Hautpilze, Insekten, Würmer, Metalle (einschl. Quecksilber), Candida, div. Chem. Substanzen und Wohn- und Industriegifte unauffällig = ohne Befund.

Belastung durch synthetische Stoffe (Formaldehyd) vorhanden. Leber-Entgiftung/Benommenheit, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Vitalkapazität verbessern. Ernergiemangel, Pankreas-Störung (vermehrte Sekretion), Calcium-Punkt. Blockade im Gewebe, Gelenkrheumatismus, Lymphödem, Venenschwäche, Fußverkrümmung. Immunschwäche (innere Blockaden). Hormonelle Steuerung.

All dies wurde als Ausgleich auf die Globuli überschwungen.

Bisher habe ich weiter 7 Gaben Globuli gegeben – nachdem aber die „Bioresonanz-Globuli“ mit allen wichtigen Informationen „beschwungen“ sind, komme ich ins Grübeln. Ich telefoniere mit Kerstin und A.T. (der Bioresonanz-Dame) und teile ihnen meine Gedanken mit. Sie sind sehr zurückhaltend in ihren Äußerungen und kommentieren meine Frage nur insofern, dass ich mir ja schon selber die Antwort gegeben hätte: die „beschwingten Globuli’s“ enthalten alle zur Zeit erforderlichen Informationen für den Organismus.

Nun fange ich an, die alten Globuli’s komplett auszuschleichen.

Hier kommt auch wieder einmal der Gedanke auf, warum trotz so vieler Globuli-Gaben (seit Januar 2007) und keiner weiteren positiven Änderung des Zustandes (seit September 2007 zunehmende Verschlechterung) keine Anpassung erfolgte – im wesentlichen wurde nur von einem mehr und von anderem weniger gegeben – getreu dem Spruch: „never change a runnig system“ – aber wenn das nicht mehr funktioniert, muß man dann nicht eben doch etwas ändern? Für meine Auffassung waren die Informationen offensichtlich insgesamt „too much input“, der Organismus war gar nicht mehr in der Lage, auf soviel zu reagieren !!!

Als mir Kerstin während eines Telephonates ein Arzneimittel-Bild (AB) vorliest, habe ich einen Geistesblitz und lasse mir auch gleich noch das AB zu Rhus und Bella vorlesen.

Ich bin zutiefst erschüttert, mir scheint nun klar, dass wir Lianna seit September zunehmend ins AB „geschickt“ haben !!!

Ich bin erst mal komplett fertig mit der Welt, es tut mir alles so leid, die arme Maus!

Und ich habe im Januar sehr ernsthaft überlegt, sie zu erlösen!

... und an diesem Punkt beginne ich der Methode mit dem Bio-Tensor wirklich zu vertrauen, denn Opium wurde für Lianna als positiv getestet und Opium ist das Antidot zu Belladonna.

16. Februar:
Kerstin kommt zum zweiten Behandlungs-Termin zu Lianna

Auch ihr erscheint das Gesamtbild etwas besser, diesmal bekommt die Maus das „komplette Programm“.

In einer etwa 60 minütigen Sitzung wird versucht, innere Narben zu entstören, nochmal die blockierten Iliosakralgelenke zu lösen, der Bauch wird mit dem Matrix-Gerät therapiert, mit Akupunkt-Massage werden einige Störungen beeinflusst – zusätzlich wird am Ende der Behandlung wieder der Energiefluß in die richtigen Bahnen unterstützt.

Das ganze scheint ziemlich anstrengend gewesen zu sein, Lianna verzieht sich freiwillig in ihre Box und legt sich eine Runde schlafen … eine Stunde später marschiert sie dann durch die offene Paddock-Türe Richtung Gras …

In den nächsten Tagen ist sie minimal müde. 4 Tage später frage ich den Trab ab: Sie zeigt für die zuvor katastrophalen Verhältnisse nette Bewegung … nicht toll, aber deutlich besser.

Die beschwingten Globuli plus die per Biotensor getesteten zwei Gaben (Calcar ovi testae und Sepia) scheinen okay zu sein.

März 2008:
Lianna bekommt nun 4 Gaben Opium innerhalb von zwei Wochen, sowie für knapp zwei Wochen Hyperikum.

Mir fällt rückblickend auf, dass sich Lianna seit Weglassen der alten Globuli’s sehr langsam erholt. Der Tensor testete schon anfangs negativ auf Rhus, Bella, Sulfur und Borrelien-Nosode ...

Ab Mitte März nur noch täglich eine Gabe Globuli’s und effektive Mikro-Organismen. Alle 4 Tage bekommt sie die beschwingten Globuli’s.

April 2008:
Die tägliche Massage mit dem Delphin (elektrisches Gerät mit Klopf-/Vibrationsmassage, begleitend mit Magnetfeld), scheint zuviel zu sein. Es wird eine Pause eingelegt.

Lianna scheint einiges „abzuarbeiten“, sie ist etwas müder / schlapper. Manchmal steht sie wie eine Bergziege, Vorder- und Hinterbeine unter dem Körper. Das Gehen wird wieder platschender/schlurfender.

26.04.2008:
Kerstin kommt zur 3. Behandlung – heute gibt es nur Akupunktur (sie scheint nach wie vor Schmerzen im Rücken-/Hinterhandbereich zu haben) – die Akupunktur ist nicht unangenehm: sie geht mit den Nadeln ein wenig Gras naschen … in den nächsten Tagen kann ich keine Bergziege mehr sehen, auch die Box ist weniger zerwühlt (vom Aufstehen).

Kerstin rät aufgrund der veränderten Reaktionslage noch einmal zur Bioresonanz.

Am 28.April
gab es wieder die übliche Stall-Wurmkur … meine Beiden natürlich nicht!!!

Mai 2008:
Bioresonanz: Diesmal lasse ich explizit auf Zuckerkrankheit (Equines Metabolisches Syndrom / Insulinresistenz) und den Epstein-Barr-Virus (nur so ein Bauchgefühl / Vermutung von mir) testen.

Ergebnis: Keine Zuckerkrankheit, wohl aber eine Kohlehydrat-Stoffwechselstörung, das deutet auf Futterverwertung hin. Hier konnte ein Stoffwechselmittel der Firma Iso als passend ausgetestet werden.

Der Epstein-Barr war ein Volltreffer –

Insgesamt zeigte sich nocheinmal große Erschöpfung, sowie Strahlenbelastung (E-Smog), Verwachsungen – Narbenentstörung – innere Narben, Energiemangel – Energieausgleich bei stark unterschiedlichen Quadranten, Kniegelenksarthrose (auch Erkrankungen des Fußknöchels), Borrelienbelastung (nicht mehr so deutlich wie beim letzten Mal), Muskelschmerzen, Fettverdauungsprobleme, Fettstoffwechsel verbessern, Mononucleose;

Am 8. Mai
habe ich das Ergebnis zusammen mit den Stoffwechselglobuli’s und den neuen beschwingten Globuli’s erhalten. Ich habe Nachmittags sofort die einen und Abends die anderen gegeben. Am nächsten Tag frühmorgens lief Lianna bereits deutlich besser, auch die HO hat Heute (12.5.) positives Feedback gegeben!

E-Smog: ... und jetzt fällt mir auch wieder ein: Lianna stand etwa 9 Monate im Iveshof, Stommeln/Ingendorf. Ganz in der Nähe ist ein großes Kohlekraftwerk, welches Strom über das Verteilernetz schickt (sehr sehr viele Leitungen) laufen schräg über dem Stall und den Weiden ...

15. Mai
Nachdem sie im Schritt sehr schön vorwärtsgeht und bis zu zwei Hufbreiten untertritt bin ich jetzt sehr mutig und frage sie freilaufend in der Halle nach dem Trab: sie scheint fast begeistert, schleudert Kopf und Hals nach Vollblutaraber-Manier, grummelt und wiehert, stellt den Schweif steil in die Höhe und zeigt mir ihren „Angeber-Trab“. Ich lasse sie auch auf jeder Hand 2 Runden galoppieren. Insgesamt habe ich sie höchstens 10 Minuten (eher weniger) laufen lassen – meine Beurteilung der Bewegung fällt insgesamt positiv aus, ich halte mir immer wieder das „katastrophale Bewegungsbild“ vor Augen - im Trab huft sie ein, tritt auf Aufforderung sogar unter – der Galopp ist noch eher Richtung „Häschen hoppelt“.
Ich möchte gerne das eingerostete Pferdchen soweit wie möglich wieder „in Schwung“ bekommen, daher ist am nächsten Tag Round-Pen angesagt: der Schritt ist irgendwie steif (vier Holzbeine), Trab & Galopp gar nicht schön. Ich fordere trotzdem auf jeder Hand 3 Runden Trab und 1 Runde Galopp ein – Lianna’s Begeisterung hält sich in engsten Grenzen. Am Folgetag scheint mir das blanke Entsetzen aus ihren Augen, als ich Trab fordere – nach einigen wenigen Trabtritten stöhnt sie und ich breche total deprimiert das Projekt „entrosten“ ab. Immer daran denkend, daß Pferde keinen Schmerzenslaut von sich geben können, erscheint mir das Stöhnen wie ein lauter Schrei.
Da ich für einige Tage verreisen muß, darf Lianna nun erstmal Weide und Obstgarten genießen und braucht nichts ! aber auch rein gar nichts ! an Extra-Bewegung absolvieren.

... und wieder fällt mir die, aus dem Humanbereich bekannte, Fibromyalgie ein – wie schon seit einigen Monaten immer mal ...

05.Juni
Aufgrund des schlechten Allgemeinzustandes wollten wir Lianna bisher den Streß einer Zahnkontrolle-/behandlung nicht zumuten. Da aber kein Parasitenbefall vorliegt, bestes Raufutter immer zur Vefügung steht, sie fast 3 kg Hafer bekommt, plus Weidegang und sie trotzdem eher „rippig“ ist, entschließe ich mich, die Pferdedentistin A. Kolpondinou zu bitten sie anzuschauen und wenn möglich ohne Sedierung zu behandeln.

Fr. Kolpondinou ist nicht erfreut über ihren ersten Eindruck des Pferdes und des Gebisses. Sie verschafft sich einen Überblick, erklärt und zeigt anschließend die Probleme ( die ich rückblickend in meinen Worten wie folgt zusammenfasse ):

Die Backenzähne haben praktisch keinen Kontakt mehr, deshalb versucht das Pferd durch mehr Druck wieder „Mahl-„Kontakt herzustellen. Dadurch werden die Kiefergelenke stark belastet, Schmerzen und sogar Entzündungen können die Folge sein. Die Schneidezähne sind dem enormen Druck nach vorn ausgewichen und haben sich „flacher gestellt“. Das Zahnfleisch hat sich zurück gezogen, zwischen den Zähnen haben sich Taschen gebildet, in denen Futterreste hängen bleiben konnten und Bakterien konnten so an einigen Stellen Zahnfleischentzündungen auslösen.
Außerdem haben sich messerscharfe Haken und Kanten gebildet, die eine gesunde Mahltätigkeit zusätzlich erschweren bzw. stark einschränken.

Dieser festgestellte Status kann sich nicht in den letzten 2,5 Jahren entwickelt haben, um so weit zu kommen, benötigt es einiges mehr an Zeit!
Um die letzen Backenzähne wirklich erreichen zu können, arbeitet Frau K. zwischendurch mit einem Maulgatter welches sie nur so wenig weit wie möglich feststellt, um arbeiten zu können.

Die Haken und Kanten der Backenzähne wurden manuell mit verschiedenen Raspeln beseitigt. Lianna war darüber nicht wirklich begeistert, ließ es sich aber höflich gefallen.

Sorge bereitete uns die bevorstehende Bearbeitung ihrer Schneidezähne. Nach Alexia‘s Erfahrung geht das ohne Sedierung nur manuell und nicht mit der Maschine. Für eine manuelle Bearbeitung war aber zu viel Material zu entfernen.

Eine Sedierung wollen wir Lianna aber definitiv nicht antun! Auf meine Nachfrage, warum es nicht ohne gehe, bekomme ich zur Erklärung, dass das Geräusch und die Vibration des dafür verwendeten elektrischen Schleifgerätes sehr schlecht akzeptiert würde. Nachdem der bisherige Zahn“arzt“ fast auschließlich mit elektrischen Geräten gearbeitet hatte, bat ich Alexia es einfach zu versuchen.

Zu unserer Beider Erstaunen konnten die Schneidezähne mit der Maschine ohne Probleme auf das optimale Maß gekürzt werden, sodaß die Backenzähne wieder guten Kontakt haben.
Nachdem Lianna so geduldig und brav mitgearbeitet hat, ist der nächste Kontrolltermin erst in 1 Jahr nötig!

Ich bringe Lianna und Valentina an den nun „heißen Tagen“ bereits vor 6 Uhr Morgens auf die absolut schattenfreie Wiese, irgendwann Mittags gehen beide in ihre Boxen und Lianna Nachmittags nochmal bis etwa 20 / 21 Uhr raus. So sind wir mittlerweile bei gut und gern mindestens 9 Stunden Weidezeit. Der Schritt ist sehr schön. Oft marschiere ich hinter ihr und beobachte: sie wird zunehmend „in sich gerader“. Ganz selten motiviere ich sie wenige Trittchen neben mir her zu joggen, ohne Halfter & Strick! Dabei schleudert sie wüst ihren Kopf – einen Trab kann man so natürlich nicht beurteilen ...

Das Thema „Ferien auf dem Straßerhof“ geistert (seit Herbst / Winter letzten Jahres) immer wieder in meinem Kopf – ich kann mich aber noch nicht entscheiden, da ich Lianna keine Umstellung zumuten möchte, ich mich selbst sehr schlecht zweiteilen kann - 2 Pferde in unterschiedlichen Ställen - und ich erschwerend noch den Anspruch an mich selbst habe, beiden „gerecht“ zu werden.

Als Rentnerin kann ich Lianna hier am Stall in den Sommermonaten recht gut gerecht werden, aber mit Schrecken denke ich an den langen Winter, wenn die Pferde nicht mehr auf die Weiden dürfen und Lianna an so Tagen wie heute nicht spazieren gehen mag. Ist dann eine riesige Paddockbox das was Lianna braucht? ?

Am 11. 6.
war Claudia seit einigen Monaten mal wieder zu Besuch und Lianna hatte einen ihre weniger guten Tage. Wir unterhalten uns wieder einmal über verschiedene Therapiemöglichkeiten, Optimierung, Therapeuten-Kombinationen und Haltungsbedingungen. Sie hat durch eine Bekannte Dr. Markus P. empfohlen bekommen, er arbeitet mit Laser-Akupunktur und Claudia hat von sehr guten Erfolgen gehört. Aus Zeitgründen hat M.P. einen sehr eng begrenzten Aktionsradius, der leider nicht bis Pulheim reicht.

Am 12.6.
trabt Lianna’s Weidegefährtin vor ihr her zur Wiese und Lianna möchte so gerne hinterher – ein „Gotterbärmliches“ Bild! Sie möchte so gerne und kann nicht!
An diesem Tag entscheide ich mich: Jetzt oder nie – Lianna wird für mindestens 8 Wochen zu Claudia auf den Straßerhof ziehen. Am 15. wird M.P. dort Lena therapieren und ich vereinbare ganz schnell auch einen Termin für Lianna.

13.06.
kommt Claudia uns abholen – sie fährt Lianna wie einen ganzen Sack roher Eier die 45 km nach Burscheid. Dort angekommen eilen wir durch strömenden Regen (vorher hat es nur wenig getröpfelt) in den „unteren Stall“, der Lianna’s neues Zuhause wird. Ich begleite sie in die große Box und sie kostet sofort das bereitliegende Heu. Wenig später erkundet sie den überdachten gesandeten Unterstand und das große Naturboden-Paddock – die für sie abgetrennte Weide seht offen, das findet Lianna sehr nett und geht Gras knabbern. Sie zeigt uns keinerlei Aufregung oder Streß, die Eselchen werden zur Kenntnis genommen – auch die Herde – allerdings entlocken sie nur geringste Aufmerksamkeit. Sie wendet ihnen vielmehr ihr Hinterteil zu – ganz nach dem Motto „tschuldigung – ich bin gar nicht da“.

Ich bleibe bis Abends und gewinne den Eindruck alles richtig gemacht zu haben – Lianna scheint sich sehr wohl zu fühlen – sie ist viel in „ihrem Areal“ unterwegs, offenbar verschafft sie sich durch die Bewegung deutlich Erleichterung.
Bereits am Sonntag fällt uns auf, dass ihre Sehnen knapp über den Fesselgelenken wieder etwas deutlicher abgezeichnet sind, offenbar alleine durch die dauernde „Eigen-„ Bewegung“.

15.06.
Dr. M.P. bei Lianna, er läßt sich die komplette Vorgeschichte erzählen – ich versuche mich kurz zu fassen – seine Eindrücke (auch hier wieder was ich mir merken konnte, in meine Worte gefaßt): Lianna ist sehr krank, ihr tut alles weh. Es ist in seinen Augen sehr fraglich, ob ihr all unsere Behandlungen / Therapien noch helfen können.

Ich habe Lianna nun seit Ende 07 nicht mehr freiwillig Traben, geschweige denn Galoppieren sehen. Nur nach deutlicher Aufforderung trabte sie ein wenig mir zum Gefallen. Ihre Hinterbeine sind stark angelaufen und druckempfindlich, obwohl sie sich im Schritt langsam Vorn und Hinten zehenschleifend bewegt. Sie steht deutlich bärentatzig, vermeidet es die Trachten der Hinterhufe belasten zu müssen, was nach wenigen Schritten etwas besser wird.

Im Stehen entlastet sie wechselnd alle 1 – 2 Minuten, Links kann sie immer etwas länger stehen als Rechts.

So wie wir die Stute heute hier sehen, ist es kaum zu glauben, dass ich sie im letzten Jahr um diese Zeit regelmäßig in allen Gangarten, auch im Gelände geritten habe.

Ihr aktueller schlechter Zustand kommt mir vor, als hätte sie alle Beschwerden, die sie irgend wann einmal Einzeln gehabt hatte, nun auf einmal.

Bei seinem nächsten Besuch in 14 Tagen soll entschieden werden, ob Lianna weiter behandelt werden kann, oder ob aus seiner Sicht ein schmerzfreies Leben nicht mehr zu erreichen / erwarten ist.

Er entdeckt viele Störfelder die erst geöffnet / beseitigt werden müssen, bevor er die Laser-Therapie beginnen kann.
Galle- & Lebermeridian sind komplett gestaut, ein eventuell raumgreifendes oder knöchernes Geschehen im Becken-/ Gebärmutterbereich wird beim nächsten Mal im Rahmen einer rektalen Untersuchung abgeklärt. Die Fesselgelenke beidseits sind durchtrittig, bds bindegewebige Veränderungen um Stabilität zu erreichen/erhalten. Starke Verspannungen der gesamten Muskulatur, besonders der Hinterhand.

Die angesprochenen Akupunkturpunkte sind meist im Verlauf der Meridiane – Harmonisierung ist das Ziel. Hauptpunkt Galle, dadurch kein Fluß mehr in der Hinterhand.

Er mischt ihr Bachblüten und sie bekommt 2 x tägl. 2 verschiedene Solunate.

Kerstin ist bei diesem Termin dabei und erläutert auf Nachfragen ihre bisherigen Eindrücke und Behandlungsansätze. M.P. erachtet momentan die Matrix-Rhythmus-Therapie begleitend als äußerst sinnvoll – er empfiehlt dies in den nächsten 14 Tagen mehrmals durchzuführen.

Nach seiner Behandlung fällt uns auf, dass Lianna’s Muskulatur entspannter ist, die Bauchlinie senkt sich. Am Sonntag war ihr Kopf sehr schief (die rechte Nüster war erheblich höher als die Linke) – im Verlauf der Woche bis Donnerstag ist dies fast gerade geworden.

Lianna zeigt Lebensfreude – blubbert und wiehert „Besuch“ an; beschwert sich, wenn Claudia kein „Mitbringsel“ (Stück Brot mit Bachblüten) serviert; mosert kopfschleudernd „wird’s nicht bald“, wenn der Hafer zu lange auf sich warten lässt und wäre diesen Sonntag wie selbstverständlich hinter Cheeky-Pony Nachmittags den Durchgang zur Herde mitgegangen, schien aber nicht ernsthaft enttäuscht, dass sie das nicht durfte.

22.06.2008
Lianna und Djerid haben am Zaun zunehmend häufig freundlichen Kontakt. Wehement versucht Djerid mir durch Blubbern und leises Wiehern klar zu machen, dass ich meine Hände dazu gebrauchen soll, ihm die stromführende Litze zu öffnen.

Wir entscheiden, die Beiden nachts zusammen zu lassen. Tags soll Djerid bei der Herde sein, um seinen Rang nicht zu verlieren und um Lianna die Möglichkeit zu geben, immer Zugang zum Kraftfutter zu haben. Auch soll sie sich jederzeit in ihr dickes Strohbett legen können.

Die morgendliche Trennung finden Beide nicht gut. Es ist Lianna anzumerken das sie gern antraben würde, um auch noch schnell durch das Tor zu gelangen, aber sie trabt nicht an. Nach ein bis zwei Mal protestierendem Wiehern fügen sich beide in ihr Schicksal. Schon am Nachmittag beginnt Djerid damit, darauf aufmerksam zu machen, dass es bald wieder Zeit wird, ihn zu seiner Freundin zu lassen.

17.Juli 2008
Lianna ist nun schon seit zwei Tagen nicht mehr bei uns.

Die letzten drei Wochen hatte Lianna mit lebendigem Auge und kräftiger Stimme gegen ihre schwindenden Kräfte angekämpft.

Am späten Montag 7. Juli kamen Dr. J. & M.P. zu Lianna und rieten mir, Lianna schnellstmöglich zu erlösen. Ich hatte aber das sichere Gefühl, dass meine geliebte Stute trotz großer Schmerzen nicht bereit war zu sterben.

Gemeinsam mit den beiden Tierärzten und Claudia entschieden wir, eine Schmerztherapie als letzte Maßnahme zu versuchen.
Diese schlug erfreulicher Weise zunächst auch an.

Ich nahm Kontakt zur Tierkommunikatorin Karin Schwarzer auf. www.mittierenreden.de

Sie bestätigte uns darin, dass der Gesundheitszustand der Stute sehr kritisch ist, die Stute aber noch leben möchte. Sie gab uns wertvolle Tipps, wie wir die schulmedizinische Schmerztherapie alternativ unterstützen könnten.

Dr. J & M.P. besuchten die Stute täglich, freuten sich mit mir über die kleinen Fortschrittchen, wiesen mich aber liebevoll darauf hin, dass ihr gesundheitlicher Zustand noch immer eine sofortige Erlösung der Stute rechtfertigen würde.

Die hohe Dosierung von Schmerzmitteln erlaubte mir einen hoffungsvollen Aufschub. Claudia und ich hatten den Glauben, dass die Schmerztherapie Lianna ermöglichen würde, Kräfte zu mobilisieren und gegen die Meinung Vieler doch wieder so weit zu gesunden, dass sie ein Leben als Rentnerin führen könnte.

Leider hat sich mein großer Wunsch nicht erfüllt.

Montag 14.07. nach einem Besuch der beiden TÄ hat Lianna aufgehört um ihr Leben zu kämpfen.

Wir trafen alle nötigen Vorbereitungen und Absprachen.

Wie vereinbart informierten uns J. & M.P. eine gute halbe Stunde vor ihrem Eintreffen mit dem TA Dr. R.N.

Wir nahmen Lianna mit auf die Weide und weil die Tür zur Box und Paddock von uns verschlossen wurde, suchte sie sich bei Sonnenschein und blauem Himmel ein schönes Plätzchen unter einem Baum mit Blick auf IHRE Weide um sich auszuruhen.

Unter Tränen verabschiedeten Claudia und ich uns mit ihren geliebten Bananen von Ihr. Ich versprach ihr, dass sie in ganz kurzer Zeit ihren geliebten Sohn Wasran, ihre Mama und Oma und auch Tanten wiedersehen würde, in der Lage sein würde, im gestrecktem Galopp und schwebendem Trab davon zu fliegen.

Und auch wir werden uns am Ende unserer Zeit auf der Erde im Himmel wieder sehen.

Trotz meiner großen Trauer im Herzen hatte ich ein gutes Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Lianna schien mich sogar trösten zu wollen.

Dr. R.N. hat Lianna unbeschreiblich sanft und gefühlvoll auf die andere Seite begleitet. Sie ist ohne das geringste Anzeichen von Angst oder Gegenwehr friedlich in unsern Armen eingeschlafen.

Die Sonne schien angenehm warm auf uns herab, die Vögel hatten ihr Gezwitscher nicht unterbrochen, neben der Trauer, dass Lianna nun nicht mehr da ist, freute sich mein Herz auf angenehme Weise, meine geliebte Stute fröhlich und gesund irgendwo im Himmel zu wissen.

Liebe Lianna,

ich danke Dir für jede Stunde, die ich mit Dir verbringen durfte.

Vor allem in den letzen Wochen Deines Lebens habe ich durch Deine Krankheit viele Menschen kennen gelernt, die ich ohne Dich nicht kennen gelernt hätte.

Keinen von Euch will ich an Erster oder Letzter Stelle nennen!

Ihr, die Ihr gemeint seid wisst, von wem ich schreibe.

Ihr seid alle wertvoll! Jeder und jede auf seine Weise!

Ich Danke Euch, das es Euch gibt!

A N D R E A

http://community.webshots.com/user/araaber

Zur Startseite