Unsere Offenstallanlage befindet sich Nähe Burscheid und beherbergt zur Zeit VA-Wallach Djerid Ibn Ghanal (Geb ‘85), Camargue Wallach Voyou (Geb. ‘87), Haflinger Wallach Felix (Geb.’91),(Spitzname Bär, )Pony-Mix Stute Asta (Lotti) (Geb. ‘92), Tinker Mix Sute Mary (Geb. ca `92) , Anglo Araber Prinzessin Flower (Geb. ‘95), El Cheff, QH-Wallach The Hollywood Jocker (Geb. ‘95) VA.Wallach Jamal (Geb.’97), Tinker Wallach Dubi (Geb. `98)
Wir betreuen unsere Pferde als “Haltergemeinschaft”. Jeder Besitzer hat ein persönliches Interesse, seinem Pferd ein sauberes pferdegerechtes Umfeld zu ermöglichen. Jeder beteiligt sich so gut er kann.
Dazu benötigen wir die tatkräftige Unterstützung meines Mannes, der uns Menschen, die Pferde und die Zwergesel Turbo (Geb. ‘90) und Schnesi (Geb. 89) jedes Jahr mit neuen Annehmlichkeiten überrascht. Er organisiert, dass immer Futter bereit steht, hält Weide und Zäune in Ordnung und kümmert sich um einfach alles.
Wir versuchen, im Rahmen unserer räumlichen und finanziellen Möglichkeiten die Haltung der Pferde den individuellen Bedürfnissen anzupassen.
In den Sommermonaten sind die Pferde Tag und Nacht auf der Weide. Die beiden Offenställe werden dann von den Tieren nur als Rückzugsmöglichkeit vor den Insekten aufgesucht.
In den Übergangswochen im Herbst und Frühling schließe ich nur nachts die Tore zur Weide.
Im Winter bleibt die Weide geschlossen, ein breiter Zuweg zur Weide und zum Teil auch um die Weide herum bleibt den ganzen Winter als Bewegungsmöglichkeit außer dem Paddock für die Pferde offen.
Den Pferden steht (fast) rund um die Uhr Heulage in einer, überdachten Raufe zur freien Verfügung. Sie haben die Möglichkeit sich auf einem zum großen Teil befestigten Auslauf zu bewegen. Der Rest des Paddockbesteht aus Naturboden, den die Pferde betreten können, aber nicht müssen.
Zur Vorgeschichte:
Bei jeder einzelnen Krankheit meiner Pferde habe ich immer gehofft, dass es von nun an endlich mal bergauf geht!
Hätte man mir gesagt, welche Sorgen, Mühen und Kosten nach dem Kauf des einen oder anderen Pferdes auf mich zu kommen würden, hätte ich mich nie für ein eigenes Pferd entschieden!
Bei der Auflistung der Krankheiten fehlen noch die Weideblessuren, die Stacheldraht- Verletzung, (Draht war unsichtbar am Wegrand eingewachsen), der Autounfall (ein Autofahrer hat sich belästigt gefühlt, weil wir uns in einer einspurig geführten Baustelle nicht in Luft auflösten und ist ins Pferd hinten rein gefahren) und die vielen Kleinigkeiten, die der Mensch ja Gott sei Dank vergisst.
Oft haben wir uns in der Stallgemeinschaft gefragt, was wir eigentlich falsch machen?! Wo liegen die Gemeinsamkeiten mit denen, deren Pferde auch immer krank sind, obwohl sie jede, damals DM, in die Gesundheit der Pferde steckten.
So wie ich hat die Stallgemeinschaft viele Jahre der Kindheit auf diversen Pferdehöfen verbracht. Wir haben Ständerhaltung noch als Standart kennen gelernt und auch boxengehaltene Pferde ohne Weidegang bzw. Paddocknutzung!
Auf einigen Pferdehöfen wurde über Jahre statt Kraftfutter getrocknetes Brot gefüttert. Für Impfungen und Wurmkur war kein Geld da und der Hufschmied wurde meist erst gerufen, wenn nach 12 Wochen ein Eisen verloren ging. Aber keine von uns kann sich an Pferde erinnern, die so krank waren wie unsere.
Jocker, Sunshine, Djerid und Voyou stehen schon seit 1997 zusammen in einer Gruppe. Wir Menschen sind mit den Pferden im Frühjahr 1998 zeitgleich auf unseren Hof gezogen. Im Laufe der Zeit sind sind Pferde dazu gekommen und auch wieder ausgezogen. In der Zeit, als ich die HP ins Netz gestellt hatte, gehörten Cheeky, Caeser und Cazmir noch zur Herde.
Diese Truppe hat sich um „uns“ gesammelt, weil Jocker, Sunny und Voyou COB hatten. Ich stellte den Offenstall auf meinen hustenden Allergiker um und weitere Pferde kamen, weil sie mindestens genau so krank waren.
Trotz bester Grundfutterversorung, dem Pferdetyp entsprechenden Kraftfuttersorten, speziell zugeschnittene Zusatzfuttermittel und dem Blutbild angepasster Mineralversorgung, war keines der Pferde durchgängig freizeitmäßig reitbar.
Sorgfältige, genau nach Plan eingehaltene Präventivmassnahmen wie Wurmkuren und Impfungen, konnten Übel wie Husten Koliken und Durchfälle nicht von uns fern halten. Lahmheiten und Fühligkeit waren für fast alle Tiere ebenfalls ein Thema. Bis auf Caeser waren alle Pferde beschlagen.
Bis 2005 hatte ich insgesamt fünf Anläufe unternommen, alternativ zur Schulmedizin Wege zu finden, Jokers Gesundheitszustand zu verbessern. Die ersten vier davon waren leider erfolglos. Im Gegenteil, ich hatte meine Versuche nur mit Hilfe des Tierarztes wieder auf einen erträglichen Standart zurückbringen können, mir viel Schelte eingefangen und viel Geld an alle Fronten verteilt.
Seit Spätsommer 04 führte er das Leben eines Frührentners. Stand also mit neun Jahren entweder taktunrein und lustlos oder hustend viel auf der Weide. Die Halle nutzte ich nur selten, um Jocker bei schlechtem Wetter die nötige Bewegung zu verschaffen, die bei der Fütterung von Schleimlösern erforderlich ist, um die Lunge “zu belüften”.
Der Kurswechsel:
Wegen Jockers desolatem Allgemeinzustand machte ich Anfang April 05 den fünften Versuch, durch eine THP Jockers Lebensqualität zu verbessern.
Danach starteten etwa alle zwei Wochen ein weiterer Einsteller mit der Behandlung. Seitdem wurde die Herde komplett homöopathisch unterstützt.
Bis Februar 2008 wurde die gesamte Herde ausschließlich von einer THP betreut.
Ihr verdanke ich einen tiefen Einblick in die Homöopathie, Diagnostik und vieles mehr.
Bedauerlicherer Weise führten ein Missverständnis und meine persönliche Weiterentwicklung dazu, dass sich unsere Wege auf ihren Wunsch hin trennten.
Kurzzeitig betreute K.G. die Herde. Wir Besitzer bürdeten ihr kurzerhand die von der HP „verlassenen“ Pferde auf.
K.G. und ich entdeckten schnell, dass es sich bei uns Beiden eher um eine inspirative Zusammenarbeit handelt und nutzen gern die Gelegenheit, unser Wissen und Erfahrung mit weiteren Therapeuten in Sachen Pferd auszutauschen.
K.G. bestärkte mich darin, die therapeutische Verantwortung für meine Tiere selbst zu übernehmen. Was ich nun mit immer mehr Sicherheit und Freude mache.
So weit ich das Verantworten kann, treffe ich eigenständig unterstützende Maßnahmen gemeinsam mit den Besitzern der anderen Pferde.
Meine eigenen Tiere sind seit Herbst 04 weder geimpft worden, noch haben sie eine klassische Wurmkur bekommen.
Tierärzte sind aber trotzdem auf unserem Hof willkommen!
Nur weil wir versuchen unsere Pferde alternativ gesund zu halten heißt das nicht, dass wir auf tierärztliches Fachwissen und Diagnostik verzichten wollen.
Im Mai 08 habe ich zu erst Lena und kurze Zeit später im Juni Lianna zu uns auf den Hof eingeladen.
Beide Pferde waren zu diesem Zeitpunkt seit mehr als 4 Jahren in alternativer Behandlung, von der sie zu Beginn gesundheitlich enorm profitierten, aber dann verschlechterte sich ihr Zustand zunehmend. Die Besitzer beider Pferde trugen sich mit dem Gedanken, ihre Pferde einschläfern zu lassen, sollte sich der Zustand nicht deutlich verbessern.
Für beide Pferde war der Aufenthalt auf dem Hof nun ihre Chance, so weit gesund zu werden, dass Beide ein für unser Auge schmerzfreies Leben ohne Dauermedikamentation führen können.
Lianna war nur wenige Wochen bei uns zu Gast.
Wir durften sie nur noch eine kurze Zeit begleiten. Es war eine gute Entscheidung sie auf den Hof zu holen, um ihr einen pferdegerechten Lebensabend zu ermöglichen. Leider hat sie es nicht mehr lange erleben können. Sie ist mit Hilfe der uns Gott sei Dank zur Verfügung stehenden medizinischen Möglichkeiten, in Frieden auf der Weide eingeschlafen.
Nicht leicht fiel mir die Entscheidung, einer unserer Pferdebesitzerinnen nahe zu legen ein neues zu Hause für ihr Pferd zu finden.
Dieses Pferd war vom Sozialverhalten sehr auffällig, als es zu uns gekommen war. Das besserte sich zwar unbestritten in den vergangenen 4 Jahren sehr, aber seine ruhelose Art strengte die Herde sehr an.
Für die Herde war es die richtige Entscheidung, wie sich schon wenige Tage nach seinem Umzug Juni 2008 herausstellten. Ich hoffe sehr, dass es Cazmir und seiner Besitzerin in seinem neuen Zuhause gut geht und er dort findet, was er bei uns nicht gefunden hat.
Alles Neue macht der Mai und so haben uns Cheeky und Caeser uns leider im Mai 2009 nach fast 6 Jahren verlassen.
Asta
(Lotti) ist wieder da!
August 2002 musste Lotti uns leider verlassen und nun, 16.05.09 ist sie wieder da!!! :-)))))
Jetzt hat die kleine Herde wieder ihre ursprünglich Größe.
Fast 7 Jahre war die kleine Ponystute nicht bei uns auf dem Hof und trotzdem haben sich die Pferde sofort wieder erkannt!
Lena und Lotti kannten sich von einer anderen Stallgemeinschaft, hatten sich aber auch schon mindestes 4 Jahre nicht gesehen.
Nur Flower und Asta mussten sich neu kennen lernen.
5 Tage hatte Lotti die Hälfte der Weide für sich allein, passte sich aber von der ersten Minute an dem Rhythmus der Herde an. Zwei mal sind wir mit den beiden Stuten ausgeritten und haben die Beiden dann einfach nach dem Reiten gemeinsam zu der Restherde entlassen. Nach kurzer freundlicher Begrüßung von allen außer Djerid, der sie halbherzig auf einem 10 Meterabstand zur Herde halten wollte, passierte nichts außer gemeinsames Fressen. :-)
Schon einen Tag später ist Lotti zufrieden in die Herde integriert, nicht einmal Flower scheint etwas gegen ihre Anwesenheit einzuwenden zu haben.
Am 07.06.09 haben wir Dancer einen Knabstrupper/Quarter Mix aufgenommen.
Der sehr charmante, grossrahmige Wallach versuchte schon auf seiner “eigenen” Weide unauffällig und defensiv zu wirken.
Da er zunächst hier einige Wochen Genesungsurlaub wegen eines Problems der Wirbelsäule geniessen darf, haben wir ihm seine Hufeisen unter anderem auch zur Verringerung der Verletzungsgefahr abgenommen. Bereits 4 Tage nach seiner Ankunft habe ich den Trennzaun zwischen ihm und der Herde geöffnet.
Am ersten Tag wurde er halbherzig von der Herde auf einem Sicherheitsabstand von 25 Metern gehalten. Besonders Jocker war es sehr wichtig, dass ihm kein Pferd näher kam und Dancer wich auf das kleinste Wenden eines Ohres zurück.
Zwei Tage später lag der Sicherheitsabstand schon unter 10 Metern und jedes Pferd war schon mal in seiner Nähe, um sich einem persönlichen Eindruck den Neulings zu verschaffen. Seiner freundlichen Art ist es zuzuschreiben, dass er 7 Tage nach seiner Ankunft zwar noch immer am Rande der Gruppe bleiben muss, aber die garstigen Attacken gegen ihn legten sich schnell.
Dancer wurde Februar 2010 an eine nette Familie, in ein wunderschönesneues Zuhause verkauft und hat sich auch dort genau so unspektakulär in die neue Herde integriert wie bei uns.
Lena wurde Januar 2010 verkauft und ihr geht es ihrer Vorgeschichte entsprechend gut. Sie erwartet Mai 2011 ihr erstes Fohlen.
Anfang März 2010 durfte Mary, die Tinkermixstute tagsüber auf einem eigenen Paddock bei uns zu Gast sein und Abends brachten wir sie fast 3 Wochen lang zurück in die Box in ihren “alten” Stall.
Während der 3 Wochen vergesellschafteten wir die Stute nach und nach mit der gesamten Herde. Sie passte sich erstaunlich schnell an die neu gewonnene Freiheit an und irgendwann merkten wir, dass die Stute abends nicht mehr in “ihre” Box zurück wollte und ab diesem Tag durfte sie bleiben.
Mitte April stellten wir Crazy, den ehemaligen Boxennachbarn von Mary auf einen Padock mit Unterstand, um sich Zaun an Zaun an die Herde und ein Leben ohne Box zu gewöhnen.
Obwohl er in seinem alten Stall prima allein auf einem Paddock oder eine Weide gestellt werden konnte, mochte er von der ersten Stunde an nicht auf Sichtkontakt alleine stehen. In den Wochen vor dem Umzug haben wir Crazy mit allen Herdenmitgliedern bis auf Djerid in der Reithalle freilaufend Kontakt aufnehmen lassen. Alle Pferde hatten einen freundlichen Kontakt zueinander.
Alle Herdenmitglieder waren Crazy am Zaun freundlich interessiert zugewandt. Nach 3 Tagen liessen wir ihn Mittags unmittelbar nach dem wir die Portionsweide vergrössert hatten zur Herde. Am nächsten Morgen hatte er einen kleinen “Streifschuß” an einem Vorderbein und es geschafft einen Harem, in Form von Mary und Flower, zu erobern.
Tage lang schien die Herde wie unsichtbar geteilt. War Jocker mit dem Rest “seiner” Herde auf der Weide, waren die anderen im Paddock an der Heuraufe und umgekehrt.
10 Tage nach der Herdenzusammenführung haben wir eine erste Annäherung mit undefinierbarer Rangordnung auf Bildern festgehalten. Die Beschreibung der Situation aus Jockers und Flowers Perspektive findet Ihr in den Tagebüchern im Mai 10.
Am 22. Mai 2010 kam Jamal bei uns an. Und leider konnten wir Jamal nicht wie gehofft mit der Herde laufen lassen.
Jocker, Flower und Voyou kannte er durch gemeinsame Kurse mit Walter Tschaikowski und die 4 hatten schon als Paddocknachbarn friedlich von einem Heuhaufen gefressen.
Lotti und Djerid hätten mit sich mit hoher Wahrscheinlichkeit diesem freundlich distanzierten Verhalten angeschlossen. Vor allem weil Jamal sichtlich bemüht war, immer einen Abstand von mindestens 30 Meter zwischen sich und die andren Pferde zu bringen.
An dieser Stelle haben wir Mary und vor allem Crazy völlig falsch eingeschätzt.
Für Crazy war die gesamte Weidefläche nicht groß genug als Sicherheitsabstand zu seinen Stuten und auch dem Rest der Herde.
Wie eine Furie schoss er immer wieder aus der hintersten Ecke der Weide ohne Ohren auf Jamal zu und beide jagten dann minutenlang über die Weide. Das Vollblut ist so wie Jamal in jungen Jahren auf der Rennbahn gelaufen und nun wurden wir ungeplant Zeugen dafür, dass Araber (zum Glück!) schneller sein können als Vollblüter.
Crazy hatte sich offensichtlich zum Ziel gesetzt, jedes gewonnene Rennen durch einen kräftigen Biss in Jamals Popo zu dokumentieren. Und Jamal gab was das Zeug hielt das zu verhindern, außer seine Hinterhufe zur Verteidigung einzusetzen.
So trennten wir die Pferde in zwei Gruppen. Leider zu spät um zu verhindern, dass Jamal wegen zu hohem Tempo auf der gepflasterten Fläche ausrutschte, stürzte und auf der Seite liegend einige Meter weiter schlitterte. Dabei hatte er sich beide Karpal- und Fesselgelenke vorn, sowie hinten links Sprunggelenk und Fesselgelenk und Hüftknochen aufgeschürft.
Dabei hat er noch viel Glück gehabt! Nur Fell weg, kein Lahmen und dank unserer homöopathischen Hausapotheke ist alles prima ohne Schwellungen oder sonstiger Probleme verheilt. Und nein, das Pferd hat seit 2004 keine Tetanus-Impfung mehr bekommen.
Seit diesem Tag versuchen wir Crazy (Turf) (Verrückte Rennbahn) werder Crazy noch Kratzi zu nennen, da beide Namen bis dato „Programm waren“. Verrücktes, unberechenbares Verhalten und permanentes Scharren am Putzplatz.
Um dem Pferd nicht seine Identität zu nehmen, versuchten wir nun als CT von ihm zu sprechen - aber zugegeben - Crazy geht gewohnheitsgemäß wesentlich öfter und leichter über die Lippen.
Da nicht Jamal das Problem mit der Integration hatte sondern Crazy und Mary, trennten wir meist 4 -5 Pferde der Herde zu Jamal ab. Außer Mary und Crazy.
14 Tage versuchten wir unter Bewachung mal Mary, mal Crazy zu Jamal und der Restherde zu lassen. Mit Mary klappte das schnell, mit Crazy trat keine nennenswerte Besserung ein. Zwar tolerierte er Jamal oft bis auf eine Nähe von 60 Metern, aber er attackierte Jamal immer wieder und hörte dann auch nicht auf ihn zu verjagen wenn er einmal damit begonnen hatte. Auch wenn er nicht immer bis zum Äußersten versuchte ein Stück aus seinem Hintern zu ergattern.
Die Besitzerin von Crazy macht sich große Sorgen, ob ihr Pferd es schaffen wird sein Verhalten dahin zu verändern, dass ein Herdenleben wieder Perspektive hat, bevor es zu ernsthaften Verletzungen kommt.
In den ersten Junitagen starteten wir mit der Gabe von Bachlüten und Bachblütenkügelchen gegen Aggression. 10 Tage später schien deutlich mehr Ruhe in die Herde zu kommen.
Noch immer tendieren Flower und Mary deutlich zu Crazy als 3-er Konstellation, aber manchmal kann man auch eine Herde auf der Weide innerhalb eines Radius von 80 Metern beobachten. Crazy duldet auch Jamal auf diese Entfernung. Jamal fungiert meist als Trabant, manchmal in loser Gesellschaft zu Djerid oder/und Voyou. Jocker und Lotti sind zu zweit „unterwegs“ oder in enger Gesellschaft mit Crazy und seinen Damen.
Mitte Juni entschieden wir den Integrationsversuch von Crazy abzubrechen. Alle paar Tage griff er völlig unvermittelt Jamal an. Die teils blutigen Striemen auf Jamals Hintern zeugten davon, auch wenn der Angriff selbst nicht gesehen wurde. Mit der Rosse der Damen stieg auch sein territoriales Verhalten wieder deutlich an. Wenn sich beim Grasen oder zu Schlafzeiten die Stuten “in” die Herde mischten, startete Crazy irgendwann einen Angriff auf alle Pferde, die zwischen ihm und den beiden Stuten stand. Da mussten dann auch unsere Senior - Wallache aus dem Schlaf aufspringen und die Beine in die Hand nehmen. Das geht nicht.
Anfang Juli war an einem Abend der Zaun zwischen Herde und Crazy zerrissen und wir “erwischten Crazy dabei, wie er gerade dabei war, mit Zähnen die beiden Damen unter sein Regiment zu bringen. Dafür konnte er höchstens 30 Minuten Zeit gehabt haben.
Mitte Juli versuchten wir ein weiteres Mal Crazy zur Herde zu lassen. So lange die Stuten nicht dabei sind, funktioniert das. Asta können wir auch zur Gruppe lassen, aber Mary und Flower nicht. Sehr schade! Crazy ist ein tolles Pferd und ich bedaure sehr, dass die Beiden Ende September den Stall leider wieder verlassen müssen. Crazy zieht nun, Mitte September 10, in ein Männer-WG ein.
Der Rest der Gruppe hat sich recht gut aneinander gewöhnt. Während der Fliegenplagezeit stehen mindestens 5 von 7 Pferden im Stall. Zwei, darunter immer Jamal, dicht davor. Für Mitte September ist das ein gutes Zeichen. Der Individualabstand der Pferde hat sich so verringert, dass das gemeinsame Fressen an der Raufe möglich sein sollte.
Ab dem kommenden WE wird dar Stall wieder eingestreut. Ich bin gespannt, ab wann und von wem der Stall zum Liegen der Weide wieder vorgezogen wird.
Noch etwas ist sehr interessant!
Vor dem Einzug von Mary und Jamal hatten die Pferde einen kalkulierbaren Rhythmus, ich wusste zu welchen Zeiten sie wo zumindest teilweise schlafend vorzufinden waren.
Ich habe die Herde den gesamten Sommer Abends kein einziges Mal liegend vorgefunden. Normaler Weise beginnt ihre Liegephase gegen 22 Uhr, auch wenn es im Sommer dann noch hell ist. Bis 2 Uhr Morgens ist es mir seit April nicht ein einziges Mal gelungen die Herde liegend zu sehen.
Nur in den frühen Morgenstunden lagen einzelne Tiere. Selten und nicht als Gruppe, sondern nur mit einem Freund zur Seite der aufpasste.
In der ersten Nacht nach Crazys Auszug lagen 4 von 7 Pferden pünktlich um 22.30h an der Stelle der Weide, die von uns als Schlafzimmer bezeichnet wird. Und das Beste ist, Jamal hatte seit Mai noch Niemand von uns überhaupt schon mal liegend gesehenen, außer zum Wälzen. Jamal lag tief schlafend dicht bei den anderen, Djerid wachend in seiner Nähe.
Es ist erschreckend zu realisieren, wie sehr ein Pferd die positive Schwingung einer Gruppe beeinflussen kann, obwohl es räumlich von den Anderen fern gehalten wird.
Das es innerhalb der Gruppe möglich ist war mir sehr bewusst - zum Positiven so wie zum Negativen.
Interessierte Beobachter können bei unseren Pferden die Aura, sowie den Individualabstand untereinander sehr gut beobachten.
Es herrscht keine uneingeschränkte Harmonie.
Einzelne würden sich bei freier Entscheidungsmöglichkeit nicht zu einer Gruppe zusammen finden, sondern auswandern ;o). Aber in dieser Konstellation hat jedes Pferd die Freiheit sich der Gruppe zu nähern oder sich zu distanzieren, ohne das ein anderes Pferd meint mitentscheiden zu dürfen oder zu müssen.
Meist folgt die Gruppe den Vorgaben von Jocker, er organisiert den Tagesablauf, aber er zwingt Niemanden, es ihm gleich zu tun.
Djerid z.B. sondert sich gern zu einer zusätzlichen Fresszeit ab, genau so häufig gönnt er sich ein einsames Extraschläfchen. Er braucht dazu Niemanden in seiner Nähe.
Jamal hat wie Crazy, aber weniger aggressiv versucht, Djerid und Voyou dazu zu zwingen in seiner Nähe zu bleiben und auf sein Kommando zum Fressen auf die Weide zu gehen, oder vor den Fliegen unter der Heuraufe zu ruhen.
Die Beiden haben sich immer wieder konsequent entzogen. Jamal hat dann zunächst ca. 4 Wochen probiert, allein seinen Rhythmus zu leben und immer wieder versucht, wenigstens ein Pferd für sich und seine Idee zu gewinnen.
Für einige Sequenzen, z. B eine extra Weidezeit oder eine längere Pause unter der Heuraufe, ist ihm das auch gelungen. Sein Charisma reicht nicht aus, um wirklich einen Nachfolger oder Mitläufer zu finden - damit ist er auch von einer Freundschaft noch weit entfernt.
Wenn man erkennt und bedenkt, wie fein die Strömungen in einer kleinen Gruppe sind, und wie sehr die Gruppe auf den Verlust eines Herdenmitgliedes - oder eines von uns Menschen organisierten Neuzuganges reagiert - was bedeutet das für dann für große Herden, in denen unter Umständen jeden Monat ein Wechsel in der Herde herbei geführt wird?
Jamal hat wie Crazy, aber weniger aggressiv versucht, Djerid und Voyou dazu zu zwingen in seiner Nähe zu bleiben und auf sein Kommando zum Fressen auf die Weide zu gehen, oder vor den Fliegen unter der Heuraufe zu ruhen.
Die Beiden haben sich immer wieder konsequent entzogen. Jamal hat dann zunächst ca. 4 Wochen probiert, allein seinen Rhythmus zu leben und immer wieder versucht, wenigstens ein Pferd für sich und seine Idee zu gewinnen.
Für einige Sequenzen, z. B eine extra Weidezeit oder eine längere Pause unter der Heuraufe, ist ihm das auch gelungen. Sein Charisma reicht nicht aus, um wirklich einen Nachfolger oder Mitläufer zu finden - damit ist er auch von einer Freundschaft noch weit entfernt.
Wenn man erkennt und bedenkt, wie fein die Strömungen in einer kleinen Gruppe sind, und wie sehr die Gruppe auf den Verlust eines Herdenmitgliedes - oder eines von uns Menschen organisierten Neuzuganges reagiert - was bedeutet das für dann für große Herden, in denen unter Umständen jeden Monat ein Wechsel in der Herde herbei geführt wird?
Anfang März 2011
Ohne eine eindeutige Rangfolge ist die Herde friedlich durch den Winter gekommen.
Es ist ein buntes Durcheinander wer mit wem Fressen darf und wer nicht.
Mit Abstand am schwersten tut sich Voyou an der Heuraufe, da er nur zwischen einer einzigen Kombination zur Rechten und Linken fressen darf. Und das ist ein wenig wie Lotto, da Jamal und Mary ein ausgeprägtes Futterneidverhalten an den Tag legen, kombiniert mit einem noch immer großen Individualabstand.
Da Voyou ein sehr guter Futterverwerter ist und trotzdem ausreichend Raufutter bekommt ist das für seine körperliche Konstitution nicht so schlimm, aber der Streßfaktor für ihn ist unerfreulich hoch.
Djerid dagegen hat im letzten Winter trotz aufwändiger Zufütterung deutlich an Gewicht verloren. Je älter er wird desto weniger Hungergefühl scheint er zu haben. Während alle anderen Pferde essen träumt er in der Nähe. Wann immer jemand mit 2 Beinen am Stall aufschlägt bekommt er in einem Separee Extrafutter in Form von eingeweichten Heucobs und Seniorfutter angeboten. Auch dieses Angebot nimmt er nur unzureichend war, denn er verliert zusehends an Substanz. Noch nicht dramatisch, aber nicht zu übersehen und damit unter strenger Beobachtung. Seine Zähne sind für sein Alter in einem guten Zustand, -noch alle vorhanden wenn auch schon glatt poliert.
Gut dass unsere Pferde schon jeden Tag ein kleines Stück Weide zu ihrem Winterpaddock dazu erweitert bekommen. Das bekommt dem Senior prima und auch die anderen Pferde sind dieser Idee sehr zugetan.
03.04.2011
Das trockene Wetter der letzten Wochen, so wie das vorhergesagte Frühlingswetter hatte zur Folge, dass Felix unser neues Herdenmitglied statt Ende des Monats heute schon umziehen durfte.
Felix, Haflinger, Geb. 1992, leidet seit Oktober 2008, nach einem Stallwechsel an chronischer Hufrehe.
Diese Diagnose ist eine doppelte Herausforderung für die Integration in die Herde. In vergangenen 3 Jahren hatte er nur sparsamen Zugang zu Gras, wurde ausschließlich mit gewaschenem, portioniertem Heu gefüttert und hatte nur ein bis zwei Paddockgefärten.
Seine erste Nacht verbrachte er in einem separaten Paddock mit winziger „Vorgartenweide“ und Heulage in der gewohnten Menge.
Am 2. Tag vergesellschafteten wir Felix mit Voyou Das hat Felix sehr gefallen! So war das Heimweh gleich viel kleiner. Er konnte das Wiehern in die Richtung der alten Heimal sofort einstellen.
Voyou war erwartungsgemäß weniger begeistert aber Felix erlaubte von den ersten Minuten an, mit ihm gemeinsam aus einem Heunetz zu fressen. Das ist ein für das weiße Pony ein wirklich schönes Angebot. Aus diesem Grund belassen wir das noch einige Tage so. Vielleicht gelingt es ja auf diesem Wege eine Freundschaft zwischen diesen beiden Jungs zu installieren, die es dem Schimmel im Winter leichter macht einen stressfreien Platz am Heu zu bekommen.
Tags tauschen wir Djerid für einige Stunden gegen Voyou aus, damit das Pony den Kontakt zur Herde aufrecht halten kann.
Jocker war mit der Aufgabe nach ca. einer Woche auch mal einige Stunden Gesellschaft zu leisten auf keinen Fall einverstanden. Felix hat seiner Meinung nach hier kein Aufenthaltsrecht.
Er verjagt ihn immer wieder mit wilden Drohgebärden und keilendem Hinterteil aber weder seine angreifenden Hufe treffen Felix noch Felix Hufe treffen, die er zur Verteidigung hebt.
17.04.2011
Sehr friedlich war diese Herdenzusammführung :-)
Felix hatte sich die Tage vorher einzeln mit allen gut verstanden.
Jamal, vor dem alle anderen sich aus dem Staub machen, hat die Biege vor Felix gemacht !!? Er wirkte komplett verunsichert.
Mary, auch vor ihr ergreifen alle die Flucht und nur Jamal und Flower dürfen mit gebührendem Abstand neben ihr an der Heuraufe fressen, - verhielt zurückhaltend passiv.
Sehr interessant zu beobachten, das Djerid versucht hat Felix zu suggerieren, dass er gedenkt, in der Randordnung über ihm zu stehen. Seine Drohattacken und zwicken in den Haflingerpopo sitzt Felix großzügig einfach aus. Sehr witziges Pferdekino.
Frau Flower ist Felix sehr zugetan. - Warum werden Pferdefrauen beim Anblick neuer Männer immer gleich sooo rossig? 0 wählerisch. Gleiches gilt für Lotti.
Jocker hat hat seinen Part, die Herde vor dem Eindringling zu verteidigen prima gemeistert. Die Mädels haben immer wieder versucht sich von der Herde abzusetzen und mit Felix Kontakt aufzunehmen. Die zwei kleinen Weideflächen haben wir zu einem Rundlauf verbunden, so dass Jocker zwei Ausgänge bewachen musste. Auf denBildern von diesem Tag sieht man den friedlichen Teil, Jockis Attacke haben wir auf Video. ;-)
Am nächsten Morgen hatte Felix nur einen deutlich sichtbaren Zwick in der Flanke. Sonst sind alle Beteiligten heile geblieben.
24.05.2011
Welches ist das neue Pferd?
06.06.2011
Welches ist das neue Pferd?
Das können wir heute auch fragen, aber im Zusammenhang mit einem weiteren Neuzugang. Dubi dem Tinker-Wallach.
Nach einigen Wochen des Grübeln über die Risiken und Nebenwirkungen einer weiteren Überbelegung unseres auf 6 Pferde ausgelegten Stellkonzeptes, durfte Dubi, langjähriger Freund und (letztes pferdiges) Familienmitglied der Familie E. am Sa. 28.05. zu uns auf den Hof umziehen.
Zur großen Verwunderung der beiden Pferdefreunde durften sie nicht gemeinsam auf die abgetrennte Weide, sondern diesmal hatte Djerid die Aufgabe dem Neuzugang Gesellschaft zu leisten.
Ohne ein Pferd in seiner Nähe wollten wir Dubi nicht die erste Nacht verbringen lassen, da die Herde im Moment das am weitesten entfernte Stück Gras beweidet und er ohnehin nicht versteht warum er nicht zu Felix gehen darf.
Unsere Überlegung war, die beiden „keine Herde“ bilden zu lassen, die das Risiko birgt, dass der eine den anderen vor der Restgruppe beschützen will. Djerid und Dubi arrangierten sich in wenigen Minuten ohne jegliches Gerenne oder gar Gekeile. Zwei Pferde essen einfach. Punkt.
Sonntag Abend teilte Dubi seine Weide friedlich mit Djerid und Voyou.
Montag Morgen waren Djerid und Voyou entrüstet darüber, dass sie sich nicht „wie immer“ im oberen Offenstall zu ihrem Vormittagsschläfchen zurückziehen konnten, weil das Tor verschlossen war.
Es wäre unmöglich gewesen die beiden Fliegen- und von ersten Bremsen genervten Pferde raus zu lassen ohne Dubi zu beunruhigen, der dann kein Pferd mehr gesehen hätte.
Also öffnete ich mit Halftern und Stricken bewaffnet allen drei Pferden die Tür in Richtung Herde.
An der Heuraufe begegneten sich Jamal und Dubi wie alte Bekannte mit einem kurzen Schnuff an der Nase, gefolgt von einem geordneten Rückzug von Jamals Seite.
Erleichtert, die Fliegenplage los zu sein, parkte Dubi im Satten unter der Heuraufe ein. Lotti trabte von oben fast zeitgleich mit Jocker los, um den Eindringling von diesem Platz zu vertreiben. Das zwei Pferde ohne Ohren auf ihn zu getrabt kamen ignorierte Dubi einfach. Lotti ließ sich auf den letzten 2 Pferdelängen hinter Jocker zurück fallen und in letzter Sekunde klappten seine Ohren auch wieder vor, während sich beide Nase an Nase beschnuppern.
Kein Gequitsche, Jocker geht langsam hinter Dubi vorbei auf die gegenüberliegende Seite der Raufe und Lotti versucht Dubi mit angelegten Ohren und Kopfschlagen dazu zu bewegen ihr Platz zu machen - Dubi rührt sich mit freundlich nach vorn gerichteten Ohren nicht.
Lotti verstärkt ihre Drohgebärde, Dubi schnellt mit angelegten Ohren, Beißen angedeutet in ihre Richtung. Lotti wendet ab.
Mary versucht die gleiche Strategie wie Lotti, allerdings mit einem Schwenk des Hinterteils in Dubis Richtung, der seinen Hintern um so schneller in Ihre Richtung schwenkt. Mary bricht ihr feindseliges Vorhaben sofort ab.
Felix stellt sich in alter Freundschaft neben Dubi und beginnt mit einer Runde Fellpflege unter guten Freunden.
Danach dösen alle Pferde auf dem gepflasterten Bereich mit relativem Abstand zueinander.
Zwei Stunden später finde und dokumentiere ich Dubis Aufenthalt im oberen Offenstall.
In den nächsten Tagen zicken sich alle etwas häufiger und auch heftiger an als in den letzten 4 Wochen, aber kein Pferd hat irgendeine nennenswerte Blessur.
letzte Änderung 06.06.2011
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